Chronik
125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Windpassing – die wichtigsten Stationen unserer Vereinsgeschichte.
Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Windpassing. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Bauern, Bauernsöhne, Knechte und Handwerker aus der Umgebung, bekannt ist die Beteiligung von Alois Böhmisch (Pisling), Franz Kinateder (Aubach), Josef Kinateder (Petzenberg), Alois Knödlseder (Haag), Matthias Kümmeringer und Alois Lorenz (beide Niederbrünst), Josef Schauer (Windpassing), Johann Saxinger (Innerhartsberg) und Matthias Wandl (Aubach). Josef Schauer übernimmt das Amt des 1. Vorstands, Josef Bieringer wird 1. Kommandant.
Scheunenbrände in Haag bei Franz Höfenkrieg (April) und Johann Waldbauer (August). Am 30. Mai wird mit einem Jahr Verspätung das 25-jährige Gründungsfest gefeiert, die Patenschaft übernimmt erneut die FFW Kellberg. Fahnenmutter ist Walburga Höldl aus Innerhartsberg.
Nach Kriegsende findet am 4. Dezember im Gasthaus Waldbauer die Wiedereröffnungsversammlung statt, 61 Mann gehören der Feuerwehr an. Da sich die Reihen der aktiven Mitglieder während des Krieges stark gelichtet hatten, werden eine Jugendwehr und eine weibliche Löschgruppe aufgestellt. Am 26. Januar 1947 findet der erste Feuerwehrball nach dem Krieg statt, Erlös: 250 Reichsmark.
Am 9. Juli wird das 50-jährige Gründungsfest mit 32 auswärtigen Vereinen gefeiert. Fahnenmutter bleibt Walburga Höldl (bis zu ihrem Tod 1972), 1. Vorstand ist Franz Kümmeringer, 1. Kommandant Johann Kimminger.
Errichtung eines Feuerschutz-Plans, der regelt, wann Übungen stattfinden und wie im Brandfall alarmiert wird.
Eine neue Tragkraftspritze 8/8 (Motor VW, Pumpe Metz) wird in Dienst gestellt.
Erste „trockene" Leistungsprüfung am 17. April, ein Jahr später die erste „nasse". Bis 1970 wird jährlich geprüft, danach im zweijährigen Modus.
Bau des neuen Gerätehauses, Gesamtkosten 16.000 DM zuzüglich zahlreicher Arbeits- und Schleppstunden von Feuerwehr und Bürgern. Die Aufschrift wurde von Franz Stempflinger aus Niederbrünst gestiftet.
Das neue Tragkraftspritzenfahrzeug (Ford Transit) wird am 11. Juni bei der Firma Metz in Landshut abgeholt und in Dienst gestellt, Kostenpunkt 19.450 DM.
Gründung der Jugendfeuerwehr unter Jugendwart Georg Hellauer. Im selben Jahr erwirbt die Truppe die „Jugendspange", 1990 die „Deutsche Jugendspange".
Vorstand Hans Michl legt bei einem Ausflug den Grundstein für die Freundschaft mit der österreichischen FFW Polling, als er deren Kommandanten Josef Lindlbauer auf einem Busparkplatz trifft. Am 1. April 1989 trifft man sich erstmals mit einer Abordnung in Polling im Innkreis.
Premiere in Haag: Vom 5. bis 8. Juni findet um die gut 500 Jahre alte Linde das 1. Lindenfest statt, organisiert gemeinsam mit weiteren Haager Vereinen (Sportverein, Eisstockclub, KSV mit Reservistenkameradschaft, Siedlungskameradschaft, Frauenbund). Am Heiligen Abend nehmen wir zum ersten Mal das Friedenslicht aus Bethlehem in Empfang.
Anschaffung einer neuen TS 8/8 für 18.634,43 DM unter 1. Kommandant Alfred Fesl aus Innerhartsberg.
Mehrere Unwetterserien führen zu vielen Einsätzen, während des Lindenfestes fallen 110 Liter pro Quadratmeter innerhalb einer Nacht. Der Aubach schwillt zu einem reißenden Fluss an und bedroht das Anwesen an der Aubachmühle. Im Juli feiert unser Patenverein Kellberg sein 125-jähriges Gründungsfest, wir marschieren mit rund 80 Mitgliedern mit.
Jahrhundert-Unwetter am 13. Mai mit 19 Einsätzen an diesem einen Tag allein für unsere Wehr, u. a. eine Überschwemmung im Bereich Petzenberg.
Fahnenmutter- und Patenbitten: Als neue Fahnenmutter wird Veronika Moser (Tochter von Maria Höldl) gewonnen, die FFW Kellberg stellt sich zum 6. Mal als Patenverein an unsere Seite. Unsere Freunde aus Polling feiern im August ihre Gerätehauseinweihung.
Der 100. Geburtstag der Wehr wird mit einem prachtvollen, dreitägigen Fest gefeiert. Schirmherr ist Landrat Hanns Dorfner, es blicken Vorstand Hans Michl und Kommandant Alfred Fesl auf ein gelungenes Fest zurück. Ein besonderes Highlight war der Festgottesdienst am Pfingstsonntag unter der Haager Linde.
Am 4. August ist Spatenstich für ein neues Gerätehaus an der Kreisstraße in Haag. Als Standort stellt sich letztlich das Grundstück des 1990 verstorbenen Gerätewartes Karl-Heinz Peldszus als geeignet heraus.
Einweihung des neuen Gerätehauses am Pfingstsonntag, den 15.05.2005 — möglich durch zahlreiche Hand- und Spanndienste und eine enorme finanzielle Eigenleistung. Da der zweite Fahrzeugstellplatz nicht zuschussfähig war, mussten aus der Vereinskasse insgesamt 135.500 Euro aufgewendet werden. Rechtzeitig zur Einweihung wird außerdem ein gebraucht gekaufter Mannschaftstransportwagen (Iveco Daily) ausgeliefert, zusätzlich rund 22.000 Euro für Fahrzeug und Zubehör.
Im Winter 2006 rückt unsere Feuerwehr mehrmals aus, um Dächer und Häuser von der Schneelast zu befreien — durch den unermüdlichen Einsatz konnte Schlimmeres verhindert werden.
Unser Feuerwehrhaus wird mit einer PV-Anlage ausgestattet, die am 21.10.2010 in Betrieb genommen wird.
Die Wehr wird vom Landkreis mit einer DEKON-Einheit ausgestattet, zu deren Transport ein Kofferanhänger angeschafft wird.
Beim Jahrhunderthochwasser 2013 unterstützt unsere Feuerwehr Kameradinnen und Kameraden in den betroffenen Gebieten, u. a. bei der Schlammbeseitigung in Erlau.
Das Anwesen Wandl steht in Vollbrand. Im darauffolgenden Jahr gibt es einen weiteren Großbrand in Haag: Der Stadl der Wirtshauskultur Anetseder brennt vollständig ab.
Am 19.12.2017 wird das neue LF 10 bei der Firma Rosenbauer in Leonding abgeholt, am 19.05.2018 findet die Fahrzeugsegnung statt. Das neue Löschfahrzeug ist ein großer Meilenstein in der Vereinsgeschichte: Es löst den seit 1990 im Dienst stehenden, in die Jahre gekommenen Unimog ab.
In der Bedarfsplanung der Stadt Hauzenberg wird unter anderem die Beschaffung eines Fahrzeugs für die Logistik, insbesondere zur Unterbringung der Dekon-Ausrüstung, empfohlen. Um Platz dafür zu schaffen, wird das Feuerwehrhaus um eine zusätzliche Ausfahrt samt Unterkellerung erweitert.
Die 2020 beschafften Fahrzeuge werden bei einem Festakt gesegnet. Im selben Jahr übernimmt Stefan Niggl das Amt des 1. Vorstands und löst damit nach 19 Jahren Fritz Duschl ab.
Unser langjähriger Patenverein FFW Kellberg feiert sein 150-jähriges Jubiläumsfest, wir sind vor Ort stark vertreten und marschieren mit rund 60 Kameradinnen und Kameraden mit. Im selben Jahr erhören wir die Bitte der FF Germannsdorf, bei ihrem 125-jährigen Gründungsfest die Patenschaft zu übernehmen — gefeiert wird ein Jahr darauf, wir sind an jedem Festtag mit einer starken Truppe vor Ort.
Um die Einsatzfähigkeit in jedem Fall zu gewährleisten, beschafft die Stadt Hauzenberg zwei hochwertige Notstromaggregate für die Geräteshäuser im gesamten Stadtgebiet. Im selben Jahr wird Bettina Niggl unsere neue Fahnenmutter, und die FFW Kellberg sagt uns erneut als Pate für unser Gründungsfest zu.
Im Januar gewinnen wir beim Schirmherrenbitten Landrat Raimund Kneidinger als Schirmherr für unser Fest. Vom 6. bis 8. Juni feiern wir unser 125-jähriges Bestehen: Der Freitag beginnt mit einem Lebendkicker-Turnier und dem Bieranstich, musikalisch eröffnet vom Artischen Wahnsinn. Am Samstag sorgt Brettl Spitzen Live für Stimmung im Festzelt. Der Festsonntag bleibt besonders in Erinnerung: Nach der Einholung der Vereine und dem Festgottesdienst mit Fahrzeugsegnung sieht es wegen anhaltenden Regens zunächst so aus, als könnte der anschließende Festzug nicht stattfinden – doch kurz vor Beginn kommt die Sonne durch, und der Zug kann feierlich abgehalten werden. Danach klingt der Tag mit Festzeltbetrieb der Knappenkapelle Kropfmühl und am Abend der großen Tombola aus. Bis in die späten Abendstunden wird ausgelassen gefeiert, ein ganz besonderer Tag in der Geschichte unserer Wehr.